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Tanganjika-Zwergfiederbartwels -

Synodontis lucipinnis

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Synodontis lucipinnis – Zwerg-Fiederbartwels

Synodontis lucipinnis ist ein wunderschöner kleiner Fiederbartwels aus dem Tanganjikasee und gehört zu den attraktivsten Synodontis für mittelgroße Aquarien.

Die Tiere besitzen eine helle beige bis silbrig-graue Grundfärbung mit zahlreichen dunklen Punkten. Besonders auffällig sind die dunklen Flossen mit ihren leuchtend weißen Flossenstrahlen und hellen Bereichen an der Flossenbasis.

Im Handel wurde die Art lange Zeit als „Synodontis petricola dwarf“ beziehungsweise Zwerg-Petricola bezeichnet. Erst 2006 wurde erkannt und wissenschaftlich beschrieben, dass es sich um eine eigenständige Art handelt.

Größe & Erscheinungsbild

Synodontis lucipinnis erreicht etwa 8–10 cm Gesamtlänge und bleibt damit deutlich kleiner als viele andere Fiederbartwelse.

Der Körper ist hell beige, silbrig-grau bis leicht bräunlich und mit zahlreichen dunkelbraunen bis schwarzen Punkten bedeckt.

Rücken-, Brust- und Schwanzflosse besitzen eine kontrastreiche dunkle Zeichnung. Besonders charakteristisch sind die auffällig weißen Flossenstacheln sowie helle Bereiche an der Basis der dunkel gezeichneten Flossen.

Die Tiere besitzen mehrere Bartelpaare, mit denen sie den Bodengrund und Felsspalten nach Nahrung absuchen.

Weibchen werden im geschlechtsreifen Zustand meist etwas kräftiger und rundlicher, während Männchen schlanker bleiben. Bei jungen Tieren ist eine sichere Geschlechtsbestimmung schwierig.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Synodontis lucipinnis ist ein Endemit des Tanganjikasees in Ostafrika.

Die Art wurde von den Musende Rocks bei Mpulungu in Sambia am südlichen Ende des Tanganjikasees wissenschaftlich beschrieben. Bislang ist dies der sicher dokumentierte natürliche Fundort der Art.

Die Tiere bewohnen felsige Küstenbereiche des Sees.

Zwischen großen Steinen, Felsspalten und Höhlen finden die kleinen Welse tagsüber Schutz. In der Dämmerung und während der Nacht verlassen sie ihre Verstecke zunehmend und suchen den Untergrund nach Nahrung ab.

Der Tanganjikasee besitzt sehr klares, mineralreiches und alkalisches Wasser. Gleichzeitig ist das Wasser besonders in den felsigen Küstenzonen sehr sauerstoffreich.

Lebensweise & Sozialverhalten

Synodontis lucipinnis ist ein ausgesprochen geselliger Fiederbartwels.

Wir empfehlen die Haltung einer Gruppe von mindestens 5–6 Tieren, besser etwas mehr. In einer größeren Gruppe sind die Welse wesentlich aktiver und zeigen sich häufiger auch tagsüber.

Einzeln gehaltene Tiere können dagegen deutlich scheuer sein.

Innerhalb der Gruppe kommt es gelegentlich zu kleinen Verfolgungsjagden und Rangeleien um bevorzugte Höhlen, ernsthafte Aggressionen sind bei ausreichend Verstecken jedoch normalerweise selten.

Gegenüber anderen Fischarten ist Synodontis lucipinnis ausgesprochen friedlich.

Die Art eignet sich hervorragend für Tanganjikasee-Aquarien mit kleineren und mittelgroßen Buntbarschen.

Aquarienhaltung

Für eine kleine Gruppe empfehlen wir ein Aquarium ab etwa 80 cm Beckenlänge.

Die Einrichtung sollte viele Steinaufbauten, Felsspalten und Höhlen bieten. Dabei sollten deutlich mehr Verstecke vorhanden sein als Welse im Aquarium leben.

Als Bodengrund eignet sich feiner Sand besonders gut. Die empfindlichen Barteln sollten nicht durch scharfkantigen Kies beschädigt werden.

Eine Kombination aus größeren Felsaufbauten und offenen Sandflächen entspricht dem natürlichen Lebensraum sehr gut.

Eine gute Filterung, Wasserbewegung und besonders eine hohe Sauerstoffversorgung sind empfehlenswert.

Synodontis lucipinnis ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, gut eingewöhnte Tiere kommen in einer größeren Gruppe jedoch häufig auch tagsüber zur Fütterung hervor.

Wasserparameter

  • Temperatur: 24–27 °C
  • pH-Wert: 7,5–9,0
  • Härte: mittelhart bis hart und mineralreich

Wie bei anderen Bewohnern des Tanganjikasees sind stabile alkalische Wasserbedingungen wichtiger als häufige Schwankungen.

Ernährung

Synodontis lucipinnis ist ein unkomplizierter Allesfresser.

In der Natur werden kleine Krebstiere, Insektenlarven, andere Wirbellose und organisches Material zwischen den Steinen und am Bodengrund gesucht.

Im Aquarium eignen sich hochwertige sinkende Trockenfutter, Futtertabletten und kleinere Granulate als Grundfutter.

Sehr gerne werden Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Mysis, Daphnien und Mückenlarven angenommen.

Auch geeignetes Lebendfutter kann regelmäßig angeboten werden.

Pflanzliche beziehungsweise aufwuchsartige Bestandteile dürfen die Ernährung ergänzen.

Eine abwechslungsreiche Fütterung aus Trockenfutter beziehungsweise Granulat, Frostfutter und Lebendfutter ist ideal.

Da die Tiere besonders in der Dämmerung aktiv werden, sollte zumindest ein Teil des Futters abends angeboten werden.

Besonderheiten

Synodontis lucipinnis wurde lange mit Synodontis petricola verwechselt und im Aquarienhandel meist unter der Bezeichnung „Dwarf Petricola“ angeboten.

Erst die wissenschaftliche Revision der Tanganjikasee-Synodontis im Jahr 2006 zeigte, dass es sich um eine eigenständige Art handelt.

Synodontis lucipinnis lässt sich unter anderem dadurch vom echten Synodontis petricola unterscheiden, dass ihm die sogenannte Axillarpore fehlt. Zusätzlich besitzt er charakteristische helle Bereiche an den Basen der dunkel gezeichneten Flossen.

Auch bei der Größe besteht ein deutlicher Unterschied: Synodontis lucipinnis erreicht nur ungefähr 8–10 cm, während Synodontis petricola größer wird.

Interessant ist auch die Fortpflanzung. Im Gegensatz zum bekannten Kuckucks-Fiederbartwels Synodontis multipunctatus ist S. lucipinnis kein obligater Brutparasit. Erfolgreiche Aquariennachzuchten zeigen, dass die Tiere selbstständig ablaichen können.

Bei der Zucht werden zahlreiche kleine Eier in geschützten Bereichen beziehungsweise zwischen geeigneten Strukturen abgegeben. Eine Brutpflege findet anschließend nicht statt, und die erwachsenen Tiere können die Eier fressen.

Synodontis lucipinnis gehört damit zu den wenigen kleinbleibenden Fiederbartwelsen des Tanganjikasees und ist durch sein friedliches Verhalten, die attraktive Punktzeichnung und die gute Gruppenhaltung eine besonders interessante Art für Tanganjikasee-Aquarien.

  • Maximale Größe: ca. 8–10 cm
  • Herkunft: südlicher Tanganjikasee, Musende Rocks bei Mpulungu, Sambia
  • Besonderheiten: kleinbleibender geselliger Fiederbartwels, früher als „Synodontis petricola dwarf“ gehandelt, weiße Flossenstrahlen und helle Flossenbasen, am besten in Gruppen halten

Steckbrief zum Synodontis lucipinnis

Herkunftsland

Länge in cm

Nahrung

, ,

Schwarmgröße

Aufenthaltsbereich

Temperatur in °C

Wildfang oder Nachzucht?

Größe der Tiere