
Stiphodon atropurpureus
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Stiphodon atropurpureus – Blaue Neongrundel
Stiphodon atropurpureus ist eine außergewöhnlich schöne kleine Grundel aus den klaren, strömungsreichen Küstenbächen Südost- und Ostasiens. Besonders adulte Männchen gehören mit ihrem metallisch blau, türkis bis violett schimmernden Körper zu den farbenprächtigsten Süßwassergrundeln überhaupt.
Die Tiere sind hochspezialisierte Aufwuchsfresser und benötigen ein gut eingefahrenes Aquarium mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser und ausreichend algenbewachsenen Steinen.
Größe & Erscheinungsbild
Stiphodon atropurpureus erreicht etwa 4–5 cm Körperlänge.
Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich. Ausgewachsene Männchen entwickeln eine intensive metallisch blaugrüne, türkisfarbene bis violette Färbung, die je nach Lichteinfall und Stimmung stark wechseln kann. Auch Kopf und Wangen können kräftig blau schimmern.
Weibchen bleiben wesentlich unauffälliger und zeigen meist eine beige bis graubraune Grundfärbung mit dunkleren Längszeichnungen.
Durch die zu einer Haftscheibe verwachsenen Bauchflossen können sich die Tiere selbst in stärkerer Strömung sicher auf Steinen festhalten.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Stiphodon atropurpureus besitzt ein relativ großes Verbreitungsgebiet im westlichen Pazifik. Nachweise gibt es unter anderem von den Philippinen, Malaysia, Südchina, Taiwan und Japan.
Die ursprüngliche Typusregion liegt auf den Philippinen. Die Art wurde unter anderem aus kleinen Küstenbächen auf Leyte und Mindanao bekannt.
Besiedelt werden klare, schnell fließende Bäche, häufig nur wenige Kilometer vom Meer entfernt. Typisch sind steinige und felsige Untergründe, Stromschnellen und sehr sauerstoffreiches Wasser.
Durch starke Sonneneinstrahlung bildet sich auf den Steinen ein dichter Aufwuchs aus Algen, Kieselalgen und Mikroorganismen. Dieser Biofilm bildet die wichtigste natürliche Nahrungsgrundlage der Tiere.
Lebensweise & Sozialverhalten
Stiphodon atropurpureus ist grundsätzlich friedlich und kann gut in einer kleinen Gruppe gehalten werden.
Männchen können untereinander kleinere Bereiche und besonders attraktive Aufwuchsflächen verteidigen. Bei ausreichend Platz und vielen Steinen bleiben diese Auseinandersetzungen normalerweise harmlos.
Die Tiere halten sich überwiegend auf Steinen und anderen festen Oberflächen am Bodengrund auf. Dort weiden sie beinahe den gesamten Tag den vorhandenen Aufwuchs ab.
Gut geeignet sind kleine friedliche Fische, die ebenfalls sauberes und sauerstoffreiches Wasser bevorzugen. Auch eine Vergesellschaftung mit friedlichen Garnelen ist normalerweise problemlos möglich.
Aquarienhaltung
Für eine kleine Gruppe empfehlen wir ein Aquarium ab etwa 60 cm Beckenlänge.
Besonders wichtig sind zahlreiche größere, glatte Steine und Kiesel, auf denen sich natürlicher Algenaufwuchs entwickeln kann. Sand oder feiner Kies eignet sich als Bodengrund.
Eine kräftige Filterung und deutliche Wasserbewegung sind empfehlenswert. Noch wichtiger als extreme Strömung ist jedoch ein dauerhaft hoher Sauerstoffgehalt.
Das Aquarium sollte bereits gut eingefahren sein. Frisch eingerichtete, sterile Aquarien sind für Stiphodon ungeeignet, da dort die natürliche Nahrungsgrundlage fehlt.
Eine kräftigere Beleuchtung ist sinnvoll, damit sich auf Steinen und anderen Oberflächen ausreichend Algen und Biofilm entwickeln können.
Das Aquarium sollte gut abgedeckt sein, da Stiphodon sehr geschickt klettern und auch aus kleinen Öffnungen entkommen können.
Wasserparameter
- Temperatur: 22–26 °C
- pH-Wert: 6,5–7,5
- Härte: weich bis mittelhart
- Wasser: sehr sauber und sauerstoffreich
Ernährung
Stiphodon atropurpureus ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser.
Den wichtigsten Bestandteil der Ernährung bilden natürliche Algenbeläge und der darin lebende Biofilm aus Mikroorganismen. Algenbewachsene Steine sollten deshalb dauerhaft im Aquarium vorhanden sein.
Ergänzend können hochwertige pflanzliche Trockenfutter und feine Granulate, Spirulina-Futter und Algenchips angeboten werden.
Frostfutter wie Cyclops, Artemia oder Daphnien sowie geeignetes kleines Lebendfutter können gelegentlich ergänzt werden, sollten jedoch nicht den Hauptbestandteil der Ernährung darstellen.
Eine dauerhaft sehr proteinreiche Ernährung ist für diese spezialisierte Grundel nicht geeignet.
Besonderheiten
Besonders faszinierend ist der natürliche Lebenszyklus von Stiphodon atropurpureus.
Die erwachsenen Tiere leben und vermehren sich im Süßwasser. Nach dem Schlupf werden die winzigen Larven mit der Strömung flussabwärts bis ins Meer getragen. Dort verbringen sie einen Teil ihrer frühen Entwicklung.
Nach dieser marinen Phase wandern die jungen Grundeln wieder vom Meer in die Süßwasserbäche zurück und können dabei Stromschnellen und kleinere Wasserfälle überwinden.
Dieser sogenannte amphidrome Lebenszyklus ist auch der Grund, warum eine Nachzucht im normalen Süßwasseraquarium äußerst schwierig ist.
Stiphodon atropurpureus sollte außerdem nicht einfach als „Algenfresser“ gekauft werden. Für eine langfristig erfolgreiche Haltung benötigt die Art dauerhaft ausreichend natürlichen Aufwuchs, sauberes Wasser und eine sehr gute Sauerstoffversorgung.
- Maximale Größe: ca. 4–5 cm
- Herkunft: Westlicher Pazifik – unter anderem Philippinen, Malaysia, Südchina, Taiwan und Japan
- Besonderheiten: intensiv blau bis violett gefärbte Männchen nur mit dem passenden Futter und licht, spezialisierter Aufwuchsfresser, amphidromer Lebenszyklus mit mariner Larvenphase, benötigt ein gut eingefahrenes und sauerstoffreiches Strömungsaquarium
Steckbrief zum Stiphodon atropurpureus
| Herkunftsland | |
|---|---|
| Länge in cm | |
| Nahrung | |
| Schwarmgröße | |
| Aufenthaltsbereich | |
| Temperatur in °C | |
| Wildfang oder Nachzucht? | |
| Größe der Tiere |